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Spanier mischen sich in Ski-Establishment und Golfer-Duo Straka-Schwab sorgt für Furore

Mehr als überraschend. Fast schon sensationell. Nein, mehr noch: aufsehenerregend. Und wovon ist dabei die Rede? Von zwei unterschiedlichen Sportarten, noch dazu auf verschiedenen Kontinenten. Die eine auf Slalomskiern im winterlichen Schnee in Garmisch-Partenkirchen. Die andere im sonnigen, warmen Palm Beach, Florida, mit Golfschlägern beim 8-Millionen-Turnier von Golden Bear Jack Nicklaus, bei dem die Österreicher Straka und Schwab für Furore sorgen.

Auf dem Slalomhang neben den Schanzen in Partenkirchen gab´s zwar einen Favoritensieg durch Olympia-Pechvogel Kristoffersen, mit dem Spanier Joaquim Salarich trotz Startnummer 50 auf Platz 8 nur sechs Zehntel vom Podest, aber noch vor Michael Matt aber ein geradezu exotisches Resultat, das die Frage aufwarf: Ja, gibt´s denn so was? Ja, das hat´s tatsächlich gegeben und dazu noch einen zweiten Spanier (Del Campo, Nr. 48) im 30er-Finale. Fünfzig Jahre nach dem leider früh verstorbenen Slalom-Olympiasieger 1972, Francisco Fernandez-Ochoa, und ein gutes Vierteljahrhindert nach der Sierra-Nevada-WM 96 befinden sich Iberer abseits vom Fuß- und anderen Ballsportarten auch auf Skipisten wieder im Vormarsch. Das hat ja auch schon Joan Verdu aus Andorra als RTL-Olympianeunter ebenso angedeutet wie mit vier RTL-Siegen im Europacup. Und wenn man sich erinnert, dass es heuer in Kitzbühel durch Dave Ryding den ersten Weltcup-Sieg eines Briten gab, dann hätte dem Skisport und seinem neuen „Head“, dem weltoffenen Präsidenten Johan Eliasch, kaum Besseres passieren können.


Aber wie sich die vermeintlichen Außenseiter der etablierten Skigesellschaft immer mehr einzumischen und einzunisten beginnen, so gelingt das auch immer mehr der dritten heimischen Profi-Golfer-Generation nach den Pioniersiegen eines Markus Brier und den tollen Erfolgen samt historischer Ryder-Cup-Teilnahme eines Bernd Wiesberger. Hätte es dafür eines Beweises bedurft, dann lieferten und liefern ihn immer wieder der in Wien aufgewachsene und im Golf-Club Fontana (von Claude Grenier) ausgebildete Sepp Straka, 29, und der einige Jahre jüngere Matthias Schwab, 27, Sohn des früheren Sporthilfe-Chefs aus Rohrmoos. Sie spielen wie alle Golfer nicht gegeneinander, sondern gegen den Platz – und sind darob, aber auch deshalb, weil sie aus US-Colleges kommen, miteinander gut befreundet. Ja, sie freuen sich darauf, wenn sie sich nach längeren Pausen wieder treffen und tratschen.

Hatte Straka schon zuletzt beim 12-Millionen-Turnier in Los Angeles (Palisades) mit Platz 15 und einem 188.000-Dollar-Scheck aufhorchen lassen, so legte er auf dem extrem schweren, durch Wind und Fahnenplatzierung noch schwierigeren Kurs in Palm Beach Gardens zumindest auf den ersten drei Runden sozusagen noch ein Extra-Schäuferl nach, wobei ihm Kollege Schwab dabei auf den Fersen geblieben ist. Vor dem Finaltag liegt Straka nach einer soliden 69er-Runde (-1) gleichauf mit dem Iren Shane Lowry (Tagesbester, 3 unter) und den beiden US-Amerikanern Chris Kirk und Kurt Kitayama auf dem geteilten zweiten Platz hinter dem überragenden Lokalmatador Daniel Berger (USA, -11), Sohn des einstigen US-Tennisstars, Muster- und Skoff-Gegners Jay Berger. 

Etwas weiter zurück, aber immer noch im Vorderfeld hat Schwab (70/-1) als geteilter Dreizehnter die seriöse Top-10-Chance im Visier. Auch der Sky-Kommentator war hingerissen von „außergewöhnlichen Leistungen der beiden Österreicher“, wobei er sich daran begeisterte, wie der selbstbewusste Sepp Straka am 18. Loch nach einem Schlag ins Wasser mit einem Super-Putt das Par gerettet hatte. Straka jedenfalls hat den Mund nicht zu voll genommen, als er nach Los Angeles und vor Palm Beach gemeint hatte, dass der für die Masters-Qualifikation nötige Sieg zwar schwierig wäre, „aber nicht ausgeschlossen!“

Auf den ersten Blick scheint Daniel Berger trotz Bogey am letzten Loch so gut wie enteilt, im Golf aber kann sich alles schnell ändern. Ein Negativbeispiel kam dabei vom Amerikaner Hubbard, am Vortag mit Straka (64er-Runden) noch Tagesbester. In der 3. Runde lief fast alles schief, er spielte 5 über Par und war nur dank eines Zauberballs am 18. Grün schlaggleich mit Schwab. Wie die Spanier beim, Slalom, so haben sich inzwischen die einstigen Golf-Nobodys aus Österreich in der Weltelite so gut eingenistet, dass sie ganz vorn mitmischen. Und die vierte Generation mit Niklas Regner ist auch schon im Anmarsch. Davon kann der österreichische Tennisverband nur träumen. Erst recht, solange ein Dominic Thiem noch nicht oder nicht mehr der alte ist …

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