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Der Tag des Sports zeigte enormes Potenzial, das nach Handeln statt Reden ruft

Es war ja nicht anders zu erwarten gewesen. Die Spitzen unserer Sportgesellschaft, voran der Sportminister mit Patrioten-Schal (von der Frauen-Teamchefin, wem sonst?) und andere, neue oder weniger neue Granden mischten sich unter Stars ebenso wie unter das Fußvolk, das trotz der kühlen, windigen Wetterbedingungen zu Abertausenden in den Prater gepilgert war. Alle Jahre wieder: Tag des Sports als Magnet für Sportfans und alle, die in den Sport schnuppern wollten. Und wie es sich in aller Korrektheit gehört, so gerieten die hohen Damen und höchsten Herren geradezu ins Schwärmen ob der Begeisterung, mit der vor allem die Jungen und Jüngsten nicht nur die olympischen und sonstigen Größen anhimmelten oder um Autogramme bettelten, sondern sich auch an Mitmach-Stationen am Riemen rissen. 

Ob groß, ob klein, ob Bub, Mädel oder sonst was, ob dünner oder dicker, ärmer oder reicher, älter oder jünger, es sollen fast 200.000 gewesen sein, die kamen, um Ehrungen von Stars zum Anfassen zu erleben oder gar andere Attraktionen, die etwa der Mann im (Rodelsilber)-Kindl lieferte. Das ist natürlich eine tolle Zahl, die an sich unterstreicht, welch Potenzial im Grunde da wäre, damit der rotweißrote Sport abseits von Winter, Ski, Schnee und Schlitten noch weit größere Sprünge oder Würfe, härtere Schläge oder schnellere Zeiten, bessere Spiele oder schönere Tricks auspacken kann. Ja, selbst in Zeiten wie diesen, in denen dem Sport durch eine immer bequemere, bewegungsarme Gesellschaft, durch den Sitzfleisch-e-Sport, aber auch die (hausgemachte) Teuerungswelle ein immer gefährlicher Gegner erwächst, scheint er trotzdem wenig bis nichts von seiner Anziehungskraft verloren zu haben.


Aber einmal Dabeisein ist nicht alles! Was mit diesem großen Reservoir und enormen Potenzial, wenn der Tag des Sports wieder Geschichte ist und der Alltag einkehrt? Wo, wie und wann können sich die Jüngsten, Jungen und Junggeblieben austoben, reinknien oder fit halten? Bald wird´s zehn Jahre, dass ich den lauten Ruf nach der täglichen Turnstunde gehört hab bei einer Pressekonferenz eines der Vorvorvorgänger des aktuellen Sportministers in der Champions Bar des Marriott-Hotels, es ist aber beim Reden statt Handeln geblieben, bei der Politik des Ankündigens und des Weiterwurstelns, wenn nicht sogar des Reduzierens der Bewegungseinheiten statt eines kontinuierlichen Aufbaus bzw. Abbaus von Defiziten, unter denen abseits von familiären und sonstigen Keimzellen unser Spitzensport leidet.

Und wenn sich die (welt-)politischen Dinge samt Retour-kutschen auf Sanktionen nicht ändern, dann steht zu befürchten, dass mit der (finanziell leistbaren) Energieversorgung auch dem Sport der Sprit und das Licht schon im Winter ausgeht. Ich bin jedenfalls gespannt, wohin sich die Begeisterung verflüchtigt, sollten sich zu den aktuellen Problemen auch wieder Corona und ihre Mutanten schlagen. Dann schaut´s wohl eher düster bis finster aus, rotweißroter Patrioten-Schal hin oder her. Wie sehr den hohen und höchsten Herren der Sport abseits von publikumswirksamen Gesichtsbädern und medial verkaufbaren Auftritten am Herzen liegt, haben ja Regierungserklärungen oder Sommergespräche unter Beweis gestellt, in denen er schamhaft verschwiegen wird. Und das ist an einem Tag nicht wettzumachen, auch wenn dabei so getan und geredet wird, als ob….

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