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Vom Fußball-Messias zum irdischen Messi

Daheim gab´s eine Watschen nach der anderen für Liverpool, im Duell mit dem zuletzt stets siegreichen Bayern-Jäger RB Leipzig aber kehrte die Klopp-Truppe ganz souverän den Meister hervor. Zweimal 2:0 der Krisengebeutelten auf neutralem Budapester Boden gegen die mit Selbstvertrauen vollgepumpten roten Bullen, das muss die deutsche Bundesliga nachdenklich stimmen. Liverpool jedenfalls geriet weit weniger unter Druck oder gar in Gefahr als Paris St.-Germain im Heim-Rückspiel gegen den FC Barcelona, obschon das Gesamtscore von 5:2 für den französischen Meister an Deutlichkeit nichts zu wünschen übriglässt.

So aber können nackte Zahlen täuschen. Was wäre gewesen, hätte Lionel Messi – jawohl, ausgerechnet Messi! – nicht einen Elfer verschossen und dazu noch mindestens zwei hochkarätige Chancen verjuxt, hätten Griezmann, Dembele oder Alba (besser) getroffen, dann … ? Fragezeichen eben. Spiel auf ein Tor nach der Pause. Chancenplus, Verwertungsminus. Was wäre gewesen, wenn … eben dieses Wörtchen wenn nicht wäre. Konjunktiv. Reine Spekulation, die im Kontrast zur Realität steht, die auch einem Fußball-Gott wie Messi nicht erspart bleibt.

Bei allem Respekt vor der Genialität eines der besten Spieler aller Zeiten, der als Einfädler wie Torjäger, als Solist wie Teamplayer ständig Rekorde gebrochen hat – auch ein Lionel „Leo“ Messi spürt halt mit fast 34 Jahren den Zahn der Zeit, der an ihm nagt. Und wie äußert sich das? Da fehlt ein Wimpernschlag, um früher am Ball zu sein, dort fehlen Zentimeter, damit der Ball im Netz landet, da gehen ein paar Körnchen ab, um sich um harten Zweikampf durchzusetzen, dort ein Hauch an Speed, um eher am Ball zu sein. Der Teufel, so sagt ein Sprichwort, steckt im Detail. Es ist die Summe an oft winzigen Kleinigkeiten, die verhindert, dass aus dem Messi von heute wieder der Messi von gestern schlüpft, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Und damit auch den FC Barcelona von Siegen zu Siegen, Titel zu Titel geführt hat.

Das ist leider der Lauf der Welt, dem sich (noch lange) keiner entziehen kann. Der eine früher, die andere später, auch und vor allem Spitzensportler stoßen irgendwann an ihre Altersgrenzen. Auch ein Lionel Messi, der doch kein Messi-as ist, weil auch Fußballgötter nur irdische Geschöpfe sind. Oder, um es so zu formulieren: Die Barcelona-Messi-Story von verjuxten Chancen ist sozusagen der Fortsetzungsroman nach der Federer-Comeback-Story…

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