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Von Box-Mania um Laci und Hanse trennen PR- und Event-Guru Nader noch Lichtjahre

Public Relations wird PR in Kurzform auf Neudeutsch genannt. Und in dieser Kürze liegt tatsächlich Würze. Die PR überwuchert heutzutage die althergebrachte, ganz normale alte Berichterstattung derart, dass die Wirklichkeit immer mehr verschwindet, um Platz zu machen für – nein, nein: nicht Wunsch-, sondern erwünschten Journalismus, dem man diktiert, was er zu schreiben oder sagen hat. Heute etwa ist mir das beim sogenannten Surfen in den Online-Ausgaben der Zeitungen so richtig ins Aug´ gesprungen. Da gibt´s einen Riesenbericht über den inzwischen 32jährigen Teilzeit-Profiboxer, Teilzeit-Dancing-Star, Teilzeit-Seitenblicke-Magneten, Adabei-Spaltenfüller und nebenbei auch Event-Veranstalter Marcos Nader, der als Maturant zwischen den Zeilen gerne als Box-Intellektueller mit Krönchen-Miss-Vienna-Gattin r. R. verkauft wird.

Um zur (Haupt)-Sache zu kommen, um die es in dem mit Fotos aufgemotzten großen Bericht geht, ist der (Haupt)-Kampf, bei dem es für Nader gegen den sowieso weltberühmten Beutedeutschen armenischer Herkunft namens Marten Arsumanja gleich um zwei Titel geht, selbstredend als historische (Welt)-Premiere in der Alpenrepublik verkauft. Marcos, natürlich versierter Techniker und kein primitiver Schläger, setzt dabei seinen Gürtel als Champion IBF-International, den er 2019 gewonnen hat, ebenso (erstmals) auf Spiel als auch den eines EU-EBU-Champions, was und wer immer das in dem Verwirrspiel um Verbände, Gürtel und Titel auch ist.


Wo aber, werte Blog-Freunde, finde ich außer in einschlägigen Medien die Nader-Mania, um nicht zu sagen: Box-Euphorie, die ich als Jungjournalist noch bei den Stadthallen-Hits mit Laszlo „Laci“ Papp, dem Hausungarn. Triple-Olympiasieger und unbesiegten Europameister ebenso erlebt hab´ wie als gesättelter „Presse“-Redakteur mit Hanse, Hanse-Orsolics-Rufen in der mit 17.000 Fans, darunter vielen Promis, bis zum letzten Platz gefüllten Stadthalle und Anrufen verzweifelter Neo-Box-Experten, die mich anflehten: „Geh, kennst ja den Karl (Marchart) und den Jungbluth – i brauchert unbedingt no zwei Karten…“ Ja, Hans Orsolics, der Rauchfangkehrer und jüngste Box-Europameister seiner Zeit (1967, Conny Rudhoff+), war als Lokalmatador, als Publikumsliebling, auch noch als Box-Ritter von trauriger Gestalt eine Identifikations-Figur, vielleicht auch einer anderen Zeit geschuldet …

Ja, wo bitte vielmals, boxt Nader um die Selfmade-Titel? Stadthalle Wien oder Graz für 10.000 und mehr? Olympiahalle Innsbruck?Tips-Halle Linz? Fehlanzeige! Hier wird, klein aber fein gewickelt im doppelten Sinn des Wortes, im Hotel Intercontinental zu Wien in einem Ring neben gedeckten Tischen zum Dinner-Boxen gebeten mit livriertem Personal, Kellner und dem öffentlich-rechtlichen Sender ORF, der dieses Konglomerat an sportlicher Drittklassigkeit stundenlang live frei Haus liefert. Sozusagen Mickey-Mouse-Ableger der einstigen RTL-Box-Mania mit der Mikro-Stimme Michael Buffer als marktschreierischer Einpeitscher für die Maskee-eees & Klitschko-ooooos…

Davon ist unser Boxfreundchen Nader weit entfernt, aber zu seinen dubiosen Boxtiteln hat er es auch zur – für die Zukunft weit wichtigeren – Meisterschaft als PR-Agent in eigener Sache gebracht, der alle und alles in Berichten und Übertragungen unterbringt, der und das ihm auf die Beine und zu Kämpfen verhilft. Wie zum Beispiel das Stelzen-Paradies Schweizerhaus, das erst für ein sattes Übergewicht von 15 Kilo gesorgt hat, ehe er im Countdown zu dem von ihm mit Bruder veranstalteten Bounce Fight Nr. 8 sich von Lieferandos oder anderen die vorgefertigte Diät-Kost bringen ließ, bei der dann die Pfunde nur so purzeln würden.

Leider wurde mir und uns verschwiegen, welcher Onkel Doktor oder Leistungsdiagnostiker die Rezepte verschreibt, mit denen man in kürzester Zeit mehr als 10 Kilo verlieren und doch noch an (Muskel)-Kraft gewinnen kann. Aber wer weiß, vielleicht hat sich das Nader mit allen, die ihn medial zu einem historischen Boxchampion zu machen versuchen, für die Direktübertragung aufgehoben nach dem Opus-Motto: Live is Life. Quintessenz trotz aller aufgesetzter PR: Von der Popularität, die einst Papp und Orsolics, Laci und Hanse hatten, trennen Marcos Nader trotz Matura und Titeln noch immer Lichtjahre. Die kann er sich sozusagen in den Rauchfang schreiben…

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