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Von Trennungen, Widersprüchen, Lippenbekenntnissen und edlen Prinzen-Zügen

Es gibt aktuell immer wieder Nachrichten, die sich entweder widersprechen oder bei denen man sich als Außenstehender nicht auskennt oder ein Bild machen kann. Wie etwa von der angeblich schon im November beschlossenen, aber erst vor zwei Tagen von Novak Djokovic selbst publizierten Trennung von seinem Langzeit-Erfolgscoach Marian Vajda, dem kleinen slowakischen Schweijk-Typ, der sich einst mit Muster und Skoff duelliert hat. Ja, was steckt da wirklich dahinter, obschon Djokovic betont hat, sie würden immer Freunde, der Marian quasi Teil der Familie bleiben, schließlich wäre er ja auch er selbst, der Djoker, ein Trauzeuge bei Vajdas Tochter gewesen? Hat´s was damit zu tun, dass sich die beiden womöglich übers Impfen zerstritten haben, da der unverbesserliche Muffel, dort der bedingungslose Befürworter? Oder gar wegen der Serben-Nähe zu Moskau und Putin oder der Slowaken-Phobie zu Russland? Alles denkbar und möglich, möglicherweisen aber auch ausgeschlossen, weil die beiden zwar extern in Zukunft  im Tennis getrennte Wege gehen, aber über langjährige Bande weiter interne Freundschaft pflegen. So ganz Genaues weiß man also weiter nicht …

Aber es lieg auf der Hand, dass man in Tagen und Zeiten wie diesen nicht an den Kriegsfolgen in der Ukraine vorbeikommt – und auch nicht an Aussagen und Meldungen, die quasi über Nacht, wenn nicht noch schneller, korrigiert und revidiert werden. Wie etwa vom Internationalen Paralympischen Comite´, das gestern noch erklärt hat, die Behindertensportler aus Russland und Weißrussland dürften bei ihren Winterspielen in Peking starten, das offenbar aber noch überschlafen mussten, um anderntags den Salto rückwärts zu machen: Nein, nein, kommt nicht in Frage, dass die Invaliden aus diesen Ländern um Medaillen kämpfen, das wäre ja noch schöner, nein: schlimmer. Jetzt werden also auch SportlerInnen, die schon vom Schicksal geprügelt wurden, noch einmal bestraft. Russischer Angriff hin oder her – was hat diese Entscheidung bitte vielmals mit Humanität zu tun…?


Interessant habe ich auch gefunden, dass die mit dem Franzosen Monfils verheiratete, ebenfalls von Günter Bresnik gecoachte Ukrainerin Elina Svitolina vorweg lauthals verkündet hat, sie würde beim Turnier in Monterrey (Mex) natürlich nicht gegen die Russin Potapowa antreten, nie und nimmer. Eine Aussage, die etwa den ORF-Teletext dazu bewogen hat, die als Nr. 1 gesetzte Elina S. mit dem Sternchen w. o. zu versehen, also kampflos verloren zu haben. Ein paar Stunden später allerdings war das Sternchen weg, Svitolina nach einem Zweisatzsieg weiter und so honorig, ihr in Monterrey gewonnenes Preisgeld (von 2100 für Runde 1 bis 31.000 Dollar für Sieg) dem Militär (aber nicht Rotem Kreuz oder Kriegsopfern) in der Ukraine zu spendieren. Das hört und liest sich natürlich ausgezeichnet, welch Summe es am Ende aber sein wird, ist ein Klacks angesichts der von ihr wie vom Ehegespons Monfils allein an Preisgeldern kassierten jeweils 21 Millionen Dollar, also insgesamt 42 Mille, von Startgeldern, Verträgen mit Sponsoren und Ausrüstern ganz zu schweigen.

Bei Skiprinz Hubertus (Mitte) sind Russen wie Simon Efimow oder aus Weißrussland wie Maria Shkanova, stets willkommen.

Da lobe ich mir den längst in die 60er-Jahre gekommenen, immer noch renntauglichen, umtriebigen, weltoffenen Skiprinzen Hubertus (von) Hohenlohe, der im Südtiroler Pustertal internationale Meisterschaften von Mexiko organisierte und dem FIS-Boykott zum Trotz sowohl russische, weißrussische und natürlich ukrainische LäuferInnen starten zu lassen, um gerade in solchen Zeiten das verbindende Element des Sports zu betonen und nicht (welt)politisch determinierten Sanktionen zu folgen. Gut möglich, dass jetzt das Perpetuum Mobile des Skisports von den sportpolitischen Instanzen zur Rechenschaft gezogen wird, weil er sich weigert, kriegerische Auseinandersetzungen auch auf dem Rücken schuldloser SportlerInnen auszutragen.   

Und irgendwann, wenn sich bis dahin die Zeiten hoffentlich wieder entscheidend ändern, kann der legendäre Spruch des legendären deutschen Nachkriegskanzlers Konrad Adenauer dann auch seine hoffentlich fröhlicheren Urstände feiern, der da gelautet hat: Was  schert mich das Geschwätz von gestern …?

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