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Wer an Pistenkaiser Odi denkt, dem fällt dazu nur ein: Veni, vidi, vici

Veni, vidi, vici. Auch Odi kann´s getrost gute 2000 Jahre nach Cäsar sagen. Nicht nur, aber vor allem im Riesenslalom herrscht der Pistenkaiser, Alpenkönig und Menschenfreund aus der Schweiz in einem Ausmaß, wie es nicht einmal dem besten (Ober) Maier zur Jahrtausendwende gelungen war. Wie man´s dreht und wendet, an Odi, den unglaublichen, in seiner Offenheit unverwechselbaren Marco Odermatt sind auch seine einzigen und größten Gegner leider der Reihe nach durch Sturzverletzungen körperlich zerbrochen, von unserem Marco, dem Schwarz, über Alexis Pinturault bis zu Alexander Aamodt Kilde.

Für das Verfolgertrio ist die auch durch Wetterkapriolen, Absagen und Verschiebungen gezeichnete Vor-WM-Saison längst vorbei, während der Pisten-Neidgenosse einen Rekord nach dem anderen bricht oder aber ins Auge fassen kann. Schließlich ist dieser nächste Alpin-E. T. nach dem Herminator und Hirscher selbst dann vorn dabei oder nicht zu bremsen, wenn er einmal nicht wie auf Schienen die beste Linie zieht, sondern ungewohnte Fehler einstreut, die ihn zumindest am Ende trotzdem noch beschleunigen.

Wie im Finale von Palisades Tahoe in der Olympiaregion von Squaw Valley 1960, als ihm Henrik Kristoffersen mit einer vermeintlichen Fabelzeit die Siegeslatte vermeintlich unüberwindbar hochgelegt hatte, die der beste Odi, den es je gab, trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands aber im letzten Abdruck doch noch überwand. Nicht ganz so knapp vor dem Norweger wie die minimalen zwei Hundertstel, die er im Vorjahr hinter dem abwesenden Blacky Schwarz gelandet war.

Übrigens die letzte Niederlage für den Riesenslalomgiganten, der seither Saisonübergreifend in dieser skisportlichen Kerndisziplin zehn Rennen in Folge gewonnen hat. Und im wilden Westen Amerikas an der Grenze von Kalifornien zu Nevada, mitten im Spielerparadies voller Casinos, neuerlich den sportlichen Jackpot als alter, neuer Gesamtweltcupsieger knackte. Kein Gegner mehr da vor den letzten Rennen in Aspen, Kranjska Gora und dem Finale in Saalbach. Rien ne va plu für die Konkurrenz…

Was aber nicht für den erst 26jährigen Überdrüber-Mensch der Ski-Szene gilt, der nach neuerlicher großer und kleiner RTL-Kugel auch noch als Führender nach jenen in Abfahrt und Super G greift. Vier auf einen Streich, das hat es seit Maier auch nicht mehr gegeben, was zeigt, welch ein Kaliber dieser sympathische, bescheidene, aber selbstsichere Schweizer ist, der übrigens nicht aus einem der fabelhaften Skizentren der Schweiz stammt, sondern aus Buochs am Vierwaldstätter See mit Blick auf Rigi und Bürgenstock. Wieder einmal ein kleiner Hinweis auch für die ÖSV-Granden, dass man Talente nicht nur in den alten Wiegen des alpinen Skisports suchen muss und finden kann, nicht nur in Seitentälern des Tourismus, sondern immer mehr und sogar eher dort, wo man sie ehedem am wenigsten vermutet hätte.

Auch Ex-Doppelweltmeister Vinzenz Kriechmayr stammt aus Gramastetten, einem Ort im Mühlviertler Hügelland nördlich der Donau nahe Linz – mit Skilift andernorts. Und auch Vinz hat übrigens – wie vormals Hirscher, wie Vermeulen, wie eine Rings-Wanner – zum väterlichen auch flämisches (Flachland-)Blut in den Adern. Und ist trotzdem einer der wenigen aktuellen Speed-Größen, die dem Odi auch in diesem Winter schon Striche durch die Rechnung gemacht haben. Und das will angesichts der Fakten, Daten und Taten eines Olympiasiegers, Weltmeisters, dreifachen Weltcupsiegers und schon  jetzt 13fachen Saisonsiegers (wie Maier, Stenmark) wie Marco Odermatt viel heißen.

 

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