fbpx
Allgemein

Wie aktuelle Sensationslust und Schlagzeilensucht gern die Relationen verdrehen

Mit den Rekorden und Superlativen, mit denen Heutzutage sowohl Schlagzeilen als auch Blickfang gemacht wird, ist´s so eine Sache. Ist Max Verstappen, der neue Formel-1-Kapazunder, wirklich besser als einst ein Fangio, Clark, Stewart, Fittipaldi, Lauda, Prost, Senna, Schumacher, Vettel oder Hamilton, weil er im Jahr mehr Grand-Prix-Rennen gewonnen hat als jeder andere? Sind die großen Drei im Tennis, also Nadal-Djokovic-Federer, mit ihrer Grand-Slam-Bilanz (22-21-20) wirklich um so viel besser als einst ein Rod „the Rocket“ Laver oder ein Borg (je 11), aber auch ein Sampras (14) oder Emerson (11), den viele abseits der Insider namentlich gar nicht mehr kennen?

Nein, nein, nie und nimmer, weil sich das alles nicht vergleichen, geschweige denn über einen Kamm scheren lässt. Längst herrschen andere Zeiten, aber auch andere Sitten in Form von ganz anderen Parametern, also Messlatten, was Anzahl der Jahre, Anzahl der Rennen oder Turniere anbelangt, auch was die Fülle und Vielfalt der medialen Verbreitung mit oder ohne digitale und elektronische Hilfen betrifft. Wer weiß denn, wie viele Grand-Slams ein Laver gewonnen hätte, wäre Rod nicht vier Jahre, jawohl lange vier Jahre als Profi vom damaligen (Schein)-Amateurismus ausgeschlossen gewesen, jener „Rocket“, der sowohl vor als auch nach der Sperre als letzter großer Tennisstar den Jahres-Grand-Slam gewonnen hatte (von Melbourne bis US-Open alle vier in einem Jahr!).  


Unsere Formel-1-Könige Schumi und Basti haben prozentuell natürlich mehr Rennen pro Saison gewonnen als jetzt Verstappen – und ob dahinter mehr die PS oder aber die Lenkradakrobaten gestanden sind, darüber lässt sich eher spekulieren als Tacheles reden. Und natürlich hat Freund Hirscher mehr große Kugeln gewonnen als jeder andere Skistar in der Weltcupgeschichte, aber wer weiß, wie viele solcher Kugeln die Größten unter den Allzeitgrößen gewonnen hätten, hätte es damals schon den erst 1967 erstmals ausgetragenen Ski-Weltcup und nicht nur Klassiker a la Kitzbühel, St. Anton, Mürren, Wengen, Gornergrat, Chamonix, Garmisch oder Tre-Tre in Madonna als FIS-A-Rennen gegeben, in denen ein Molterer oder Schranz (feiert am 18. November den 84er/ca 120 Siege von 1955 bis 1972!) einen Kristallpokal ohne Weltcup-Gravur nach dem anderen abgeräumt haben.

Noch ohne jener lauten Begleitmusik, wie sie erst so richtig einsetzte im Skizirkus, als die olympischen Schranz-Dramen von 1968 und 1972, televisionär professionell aufgeschaukelt, die Geister zwischen Österreichern, Franzosen und den Chef-Olympiern schieden. Abgesehen davon, dass es halt wie bei Sportlerinnen-Wahlen nicht möglich ist, Birnen und Äpfeln in einen Topf zu werfen, so fällt mir auf, dass langsam immer öfter und immer ungenierter von gut befreundeten oder dazu instigierten (Medien)-Kollegen eher mehr als weniger sogenannte sportliche Micky-Mäuse mit einem Image versehen bis bekränzt werden, das im Grunde einer Verdrehung der Tatsachen entspricht.

Ja, so ist das halt, wenn es im Zeitalter des ehedem seriösen Tabloid-Journalismus die selbst diktierte Sucht nach Sensationen, Superlativen und Schlagzeilen der Realität auf- und davongaloppiert. Und manchmal auch mit korrumpierten Geistern, siehe Katar und andere Events, dem ganz normalen oder mittlerweile gar nicht mehr so normalen Anstand. Von den (an sich persönlichen wie privaten) veröffentlichten Chats, mit denen (Medien-)Politik gemacht und Politiker fertiggemacht werden, ganz zu schweigen.

Auch diese sprechen, wie wir täglich lesen können, sowieso für oder eigentlich gegen sich. Aber auch da geht´s meiner bescheidenen Meinung nicht immer oder eher immer weniger mit rechten bis rechtlich vertretbaren Dingen zu. Oder andersrum. Wer schert sich schon, ob Birnen jetzt Äpfel sind. Oder umgekehrt….

Zum Kommentieren hier klicken

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Meist gelesen

To Top

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen