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Austria Finals in Graz: Tolle Idee als Festival der Quantität?

Die Idee, das sei gesagt, hat viel für sich, sie kann sowohl publikumswirksam, mediengerecht und zukunftsträchtig sein. Die Rede ist von den sogenannten Austria Finals, die in einer Reihe von klassischen, aber auch sogenannten Trend-, Fun- und Randsportarten am verlängerten Feiertags-Wochenende in Graz (an einigen Standorten) ihre Premiere erleben. Ich will kein Nörgler sein, aber angesichts der nahen Sommerspiele in Tokio zum einen, aber großer internationaler, ja sogar nationaler Wettkämpfe zum anderen steht trotz Co-Operationen mit ORF und Krone, Konzernen und Sponsoren zu befürchten, dass da – verziehen Sie den Ausdruck – Perlen vor die Säue geworfen werden. 

Ich meine, dass halt gerade jetzt die Konkurrenz angesichts der Fußballduelle mit England und Slowakei im Euro-Final-Countdown, trotz Thiem-Aus der French Open im Tennis, der Formel 1 in Baku, der Tour-de-France-Generalprobe Dauphine Libere (mit Pöstlberger in Gelb und Konrad auf der Lauer), des Prokop-Memorials der Leichtathleten, von Profi-Golfturnieren mit schlagkräftigen Sieganwärtern aus Österreich bis hin zum Mare Nostrum-Schwimmen mit heimischen Größen auch medial einfach zu groß ist, um die gut gemeinte Aktion tatsächlich und wie erhofft  ins rechte Licht zu rücken…


Hans Niessl verkündet die Austria Finals 2021

In Zeiten wie diesen, in denen immer mehr Superlative, Sensationen und Schlagzeilen gefordert und gefördert werden, ist´s halt doppelt schwer, mit wenigen Ausnahmen a la Silber-Turner und Lokalmatador Vinzenz Höck doch eher engagierte, aber international doch eher mittelprächtige SportlerInnen zu verfolgen oder gar zu bewundern. Es scheint, als wär´s wieder einmal so etwas wie ein Festival der Quantität, in der die Vielzahl der TeilnehmerInnen, die breitgestreute Zahl der Sportarten, das Engagement der bewundernswerten Freiwilligen bis hin zu der Länge der Übertragungsstunden (weitgehend im ORF-Sportkanal) hervorgehoben werden. Cui bono – wem nützt´s am Ende?

Wie gesagt, die Idee selbst und das Projekt an sich sind´s ganz sicher wert, weiter verfolgt zu werden, wie immer auch der Erstversuch endet. Für mich erhebt sich nur die Frage, ob nicht angesichts der gerade zu Ende gehenden Pandemie-Beschränkungen ein anderer Zeitpunkt ebenso wie die Konzentration auf einen kleineren Disziplinen- und Athletenkreis vernünftiger gewesen wäre. Weniger, so meint der Volksmund, ist manchmal eben mehr. Und ein geflügeltes Wort sagt auch: Allen Leuten recht getan ist bekanntlich eine Kunst, die niemand kann. Auch Sport Austria nicht…

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