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Countdown läuft, Messer gewetzt: Wer wird jetzt FIS-Präsident(in)?

Der Countdown läuft. Nicht nur zur Fußball-Euro 2021 (statt 20), sondern heimlich, still und leise quasi hinter deren Rücken und nur via telefonischem statt direktem Kontakt auch zur Wahl eines neuen FIS-Präsidenten. Ja, in 48 Stunden sollte es so weit sein und die Skiwelt wissen, wen sie als Nachfolger von Gian Franco Kasper vorgesetzt bekommt. Wie die Auguren sagen und die Dinge offensichtlich liegen, so scheint sich alles auf ein Duell zwischen dem Ex-Abfahrtsweltmeister (1993) und Swiss-Ski-Chef Urs Lehmann als g´standenen Top-Funktionär und dem Head-Boss, Multimillionär oder gar Milliardär Johan Eliasch, einem gebürtigen Schweden mit Wohnsitz London, begeisterten Skifahrer, ja sogar Streif-Vorläufer, zuzuspitzen.

Setzt sich gar Sarah Lewis als lachende Dritte im Duell der Favoriten Lehmann und Eliasch (r.) den Präsidentenhut auf?


Es sei denn, es gibt eine(n) lachenden Dritte(n), der entweder Mats Arjes (Schweden) heißt oder gar Sarah Lewis, jene Engländerin, die vor wenigen Monaten als FIS-Generalsekretärin fristlos abserviert worden war, aber jetzt mit Hilfe von Belgien und den Kleinnationen, die zumindest über eine Stimme (die Großmächte haben auch nur drei pro Nation) verfügen, quasi durch die Hintertüre ganz nach oben klettern – und sich dann, wer könnt´s ihr verdenken – natürlich ihr Mütchen kühlen will.

Angesichts des Zeitgeistes, der immer lauter: Powerfrauen an die Macht schreit, sollte man die ebenfalls gelernte FIS-Langzeit-Funktionärin nicht unterschätzen. Schließlich weiß die – übrigens frischgetraute – Sarah ja wie kaum eine zweite, wie die kleinere und die größere Kollegenschaft tickt, oder? Stell Dir vor, es käme alles anders, als man denkt, und die vom Vorstand einstimmig Gefeuerte würde zur überraschend Gekürten – wie stünde dann der blamierte Vorstand da? Nicht auszudenken, gäb´s bei einer lachenden Dritten verdattert-greinende Vierte …

Ja, im Gegensatz zu früher, als im Final Countdown in Hinterzimmern, kleinen Kreisen oder langen Barabenden gemauschelt, gemunkelt und getuschelt wurde, ehe man im großen Rahmen noch mit noch größeren Versprechungen die letzten Wankelmütigen umzustimmen versuchte, war diesmal alles anders. Komplizierter. Teurer. Zeitaufwendiger. Digitaler. Ohne Handschlag. Mit Verunsicherung bis Ungewissheit, wer hält, was er versprochen hat. Kleine Geschäfte, große Hilfen, wichtige Steigbügel, tüchtige Vermittler. Alle und alles spielte Neben- bis Hauptrollen, als es hauptsächlich galt, digital oder fernmündlich auf Draht zu sein. Wie gesagt: Die Pandemie hat´s möglich gemacht. Und alte Prämissen vor und bei Wahlen damit auf den Kopf gestellt.

Die Messer, so scheint´s, sind schon gewetzt, um es dem einen oder der anderen anzusetzen. Aber warum sollte es, wenn auch im weit größerer Fporum, also weltweit, bei der Wahl eines neuen FIS-Präsidenten unter ganz neuen Voraussetzungen ganz anders zugehen als bei der auch von außen emotional wie medial gesteuerten Wahl des Schröcksnadel-Nachfolgers im ÖSV? Und weil es da wie dort natürlich auch um Macht und Einfluss über die kleine Funktionärsebene hinaus ging und geht, spielt der Schröcksi international als möglicher FIS-Vizepräsident auf zumindest ein Jahr immer noch ganz vorn mit.

Wär´s anders, würden hintenherum ja nicht alle wissen wollen, für wen er sich im Krieg der Köpfe entscheidet. Daran ändern auch halbherzige Dementi mit treuherzigem Augenaufschlag nichts, die von Kleinhäuslern und Hinterbänklern kommen. Sie gehören halt ebenso dazu wie List und Tücke, die beiden Wahlverwandten, die immer mitspielen, wo Kampfeslust statt Einigkeit herrscht. Darum wird der Countdown auch vom großen Zittern begleitet. 

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