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Felix im Glück – Profi-Quintett holt Maximum aus Auböck heraus

Drei Bewerbe (200m, 400m, 800m Kraul), drei Weltklassezeiten, zwei neue Ö-Weltklasserekorde – nach einem Ruhetag (“Den hab ich nach vier Rennen in zwei Tagen dringend gebraucht!”) gelang Felix Auböck, 24, mit der neuen Bestzeit von 7:46,72 über 800m der dritte Streich, der ihn auf Platz drei der Weltrangliste hinter den Italienern Paltrinieri und Detti beförderte. Der knapp zwei Meter große Kaulschwimmer aus Bad Vöslau, als weltenbummelnder Auslandsstudent in Berlin, Michigan und seit September nördlich von London in Loughborough daheim, befindet sich einen guten Monat vor der Europameisterschaft in Budapest und dreieinhalb Monate vor Olympia in Tokio in Topform. „Wir haben“, sagt er bescheiden, „uns natürlich auf den ersten großen Wettkampf seit Monaten schon speziell vorbereitet, weil wir ja wissen müssen, wo wir stehen, woran es krankt, wo es Verbesserungspotenzial gibt!“ Schnell ist gut, schneller besser.

Der Gradmesser Stockholm hat bestätigt, dass der Kraulriese nicht nur bei den Budapest-EM (Mitte Mai), sondern auch bei den Sommerspielen mit den Weltranglistenplätzen drei (400m Kraul in 3:44,51) und fünf (200m in 1:45,70) zu den seriösen Medaillenkandidaten zählt. Aber bei allem Jubel oder zumindest Genugtuung über den mehr als geglückten Formtest weiß Auböck, „dass ich da und dort sicher noch einiges verbessern und herausholen kann!“ Und dabei streut er seinem neuen Lebensmittelpunkt (Training und Studium Geschichte, Politikwissenschaft) an der Uni Loughborough Rosen, nicht nur seinem Schwimmtrainer Andy Manley, „dessen Programm nicht viel anders ist, als es vorigen Sommer bei Balazs Fehervari in der Südstadt war …“


Der entscheidende Unterschied zwischen dem heimischen Schwimmzentrum und dem Olympiastützpunkt in England aber sei, „dass es bei uns einen einzigen Profi-Trainer gibt, ich aber in Loughborough ein ganzes Team an Profis habe, die mich speziell betreuen. Das kannst nicht vergleichen!“ Ein Quintett kümmert sich darum, aus Auböck das Maximum herauszuholen – Schwimm-Coach, Konditionstrainer, Mentalbetreuer, Biomechaniker und Diätspezialist. Perfektes Teamwork als opti9male Individualförderung. „In Stockholm wurde alles aufgezeichnet, jetzt wird es von den Spezialisten analysiert und ausgewertet.“  Und fließt dann auch mit optimierter Technik ins Trainingsprogramm ein, das wöchentlich bei Auböck in der Aufbauphase zwischen 70 und 80m km pro Woche beträgt – zehn Einheiten im Wasser, das andere an Land. Absolut notwendig bei den Disziplinen, die Felix schwimmt, vor allem für 400m und 800m.

Sie sind die Grundlage, dann erst wird an der Schnelligkeit gearbeitet, an der es, so gesteht er, immer noch etwas mangelt. „Die 200m müssen schneller gehen“, fordert er von sich selbst. Einige Zehntel („1:44 hoch, 1:45 nieder“) würden sich auch auf 400m auswirken. Sein Wunsch? „Ein 3:43er-Zeit, das sind ohne Hi-Tech-Anzüge nicht viel geschwommen!“ Und jene, die drunter blieben, hätten Doping-Gegenwart oder – Vergangenheit gehabt wie Ian Thorpe oder der Chinese Sun Yang, der gesperrt ist. „Und beide hatten den gleichen Trainer…“

Wie schaut der Auböck-Countdown zu EM und Olympia aus? Was erwartet sich Felix von Budapest – jener Stadt, in der er mehrmals für Furore gesorgt hat? „Natürlich willst du so gut wie möglich abschneiden, wenn geht, eine Medaille gewinnen gegen stärkste Konkurrenz, aber jeder weiß, dass es nur ein Warmup für Tokio ist, da liegen nur zwei Monate dazwischen.“ Zwei Monate, in denen der Weltranglistendritte alles daransetzen will, seine Kindheitsträume zu verwirklichen – und die erste olympische Schwimmmedaille seit 13 Jahren, seit Mirna Jukic in Peking, zu gewinnen.

Bei den Herren der Schöpfung wär´s die erste olympische seit den zwei Silbernen von Rogan in Athen. Ohne Showelemente, Eskapaden oder große Töne, die ein Anti-Rogan wie Auböck spucken würde. Lieber lässt Felix tolle Zeiten für sich sprechen. Höchste Zeit, dass das auch in den heimischen Medien zumindest so gewürdigt, wenn nicht hochgejubelt wird wie unvollendete Fußballer-Transfers. Seine Stockholm-Performance hat immerhin in US-Medien einige Wellen geschlagen. Derzeit haben nämlich die Amerikaner keinen, der Felix Auböck über 400m das Wasser reichen könnte …

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