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Ob Demir, ob Rossi – vollbrachte Fakten bringen mehr als voreilige Superlative

Na, was da im Frühsommer des Vorjahres alles über Yusuf Demir geschrieben wurde, welch Schlagzeilen sein Wechsel zum FC Barcelona da geliefert hat. Auch wenn er von Rapid nur verliehen worden war mit einer Kaufoption, so war da nicht nur von der Krankl-Nachfolge die Rede, sogar als neuer Wunderwuzzi für den verlorenen Sohn Messi wurde er hierzulande schon gehandelt, erst recht, als er plötzlich mehrmals in der Kampfmannschaft zum Einsatz kam. Ja, das war einmal und ich möchte frei von jeder Häme wetten, dass es aufgrund der Vertragsklauseln so schnell nicht wiederkommt.

Mittlerweile hat der talentierte Doch-nicht-ganz-Wunderknabe schon lange nicht mehr gespielt und wurde erst vor wenigen Tagen wieder ins Mannschaftstraining integriert. Aha, doch ein Comeback? Würde mich sehr wundern, obschon man bei einem Klub wie Barcelona nichts ausschließen kann. Vielmehr denke ich, dass die Katalanen vom Trainer Xavi bis zur Führungsriege die schon vor längerem, auch via Medien kolportierte Einschätzung zu korrigieren versuchen, den de jure immer noch Rapidler öffentlich als Fehlkauf einzustufen und damit zu einem Schnäppchen zu degradieren.


Solange er zum Barca-Kader gehört, solange könnte er ja auch im Fokus von Vereinen nicht nur in Spanien stehen, die mit wesentlich mehr Gütern gesegnet sind als der heimische Rekordmeister Rapid. So viel allerdings kann Teenager Yusuf gar nicht trainieren, dass er dabei Spielpraxis sammeln könnte. Also wär´s höchste Zeit, dass seine Situation so schnell wie möglich geklärt wird, damit eines der heimischen Talente nicht zwischen zwei Stühlen ein Dasein fristet…

Ja, so stellt sich aktuell die Lage bei Demir da. Als er in den Himmel gehoben wurde, hätte er nicht gedacht, ein paar Monate später durchs Fegefeuer zu gehen. Wie es ausschaut, ein gebranntes Fußballkind. Und wenn es sich beim anderen Sportler-Fall nicht um Ball und Rasen, sondern Puck und Eis dreht, so drängen sich für mich Parallelen beim Hockey-Jungstar Marco Rossi auf. Gut und schön, nein: geradezu toll, wenn ein junger Österreicher in der NHL, der besten, der teuersten, der aufregendsten Eishockey-Liga der Welt große Karriere macht, gar keine Frage.

Aber noch ist´s nicht so weit, noch ist der junge Rossi kein strahlender Held wie die MotoGP-Ikone, sondern ein kleines Starlet, das quasi noch in den Profi-Kinderschuhen steckt, die er jetzt dank zwei Ausfällen einmal anziehen darf. So sehr wir uns freuen können, dürfen oder auch müssen, dass es junge Sportler gibt, deren Potenzial auch von höherer Warte erkannt, akzeptiert und honoriert wird – auch bei der Berichterstattung wär´s angebracht, mit voreiligen Superlativen zu sparen, dafür aber mit Augenmaß auch eine gehörige Portion an Vernunft walten zu lassen.  Für Lobeshymnen nach vollbrachten Taten statt frommen Wünschen immer noch genügend Platz und Zeit.

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