Skifahren

Zum 88er des Silber-Hias mit goldenem Herz im Kreise von Alterskollegen

Er ist der jüngste der drei Lebenden des Weißen Wunderteams der 50er-Jahre aus Kitzbühel, das die Hahnenkammstadt weltweit zum Monte Carlo der Alpen gemacht hat. Heute feierte Hias Leitner nicht rostig, sondern rüstig und immer noch so frisch und fit, dass er sich in der Dreieckbadehose am Schwarzsee sehen lassen kann, den 88. Geburtstag. 88, eine Schnapszahl. Natürlich feiert er es in der Familie, wo zufällig auch eines der Enkelkinder (25) eine Birthday-Party hat, aber auch im Kreise von Kitzbüheler Altersgenossen aus dem unglaublichen Jahrgang 1935, der den größten Sohn der Stadt, Toni Sailer, den ersten Triple-Skiolympiasieger der Geschichte, den 10fachen Weltmeister, Filmstar, Schlagersänger und Ikone in Japan, ebenso hervorgebracht hat wie den als Hollywood-Stuntman berühmteren Streif-Abfahrer Horst Ebersberg.

Auch sie hätten, würden sie noch unter uns weilen, das Glas auf den immer netten, immer freundlichen, immer umgänglichen, nie verbitterten Hias gehoben. Und dessen Jahrgangsfreunde, darunter den Volksschulkollegen, Sportartikelgroßhändler, US-Skilehrer und Golfseniorenmeister Klaus von Rohrer (Hild-Haslmayr). Dazu Richard “UrbI“ Urbanek, älterer Bruder des Naschmarkt-Urbanek aus Wien, jahrzehntelang Promi-Fotograf in Kitz. Und last but not least den Gastgeber in seinen heiligen Couture-Hallen, Kommerzialrat Franz Prader, genannt Schneider himmlischer Hosen, bei dem sich Gott und die Welt die Klinke in die Hand gab. Aber zurück zum Geburtstagskind Hias Leitner, dem gelernten Maurer, also Vorgänger eines Hermann Maier, aber ein ganz anderer Typ oder um es so zu sagen: Wilder Hund von der sanften Sorte.

Beim Slalomfinale furioso der verpatzter Winterspiele 1960 in Squaw Valley hatte es den rettenden Kitz-Doppelpack mit Hinterseers Gold und Leitners Silber gegeben, den letzten alpinen Medaillen für die zuvor so dominante Gams-Stadt. Der allseits beliebte Familien-Mensch Hias haderte nie mit dem Los, ein ewiger Zweiter zu sein, sondern ist heute noch stolz, dass er als Allrounder seinen ersten großen Triumph bei der WM-Generalprobe 1957 in der Silberkrug-Abfahrt von Badgastein gefeiert und dabei erstmals sowohl Toni Sailer als auch Anderl Molterer geschlagen hatte. Dreimal wurde Leitner auch noch Profiweltmeister, nicht zu vergessen, dass er als Tiroler Landestrainer auch späteren Größen wie Stephan Eberharter die Spur gelegt hat. 

Wie gesagt – eines der Kitzbühel-Denkmäler seiner selbst, der aber nie ein großes Aufsehen um seine Person gemacht, sondern als Rennläufer und Trainer aus Leidenschaft auch in der verdienten Pension immer wieder – und sei es als Handlanger, der Slalomstangen trug und Slalomkurse setzte – sein Scherflein zum Gelingen eines Trainings beitrug. Eine Größe vom alten Schlag, die 88 ist, aber nicht von gestern. Happy Birthday, lieber Hias – lass dich von Frau, Söhnen (Christian; Wolfgang) und vielen Freunden feiern. Und weiter so g´sund bleiben, damit wir uns am Schwarzsee begegnen können in der Badehosen…

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